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Fahrt nach Canmore

Am letzten morgen in Jasper hatten wir beschlossen mal typisch Kanadisch oder Amerikanisch Frühstücken zu gehen. Somit machten wir uns 8.20 Uhr auf den Weg in die Stadt zu Tim Hortons.
Scheinbar waren wir nicht die einzigen, die auf diese Idee gekommen sind – die Schlange war verdammt lang. Nach mehreren Minuten – oder gefühlten Ewigkeiten mit unserem leeren Bauch – waren wir an der Reihe.
Die Auswahl zwischen verschiedenen Kaffees, Donuts, Muffins, Bagels und auch herzhaften Sachen war riesig. Wie auch die Schlange die hinter uns noch länger wurde. Das Frühstück gestaltet sich bei uns durchweg süß Donuts, Muffins, Kakao und Vanille Kaffee standen auf dem Speiseplan.
Leider ging es Anja und Alex K. nach dem Frühstück nicht so gut, es fragt sich nur an was es lag, wir vermuten der Kakao war nicht so gut.
Zurück in der Unterkunft hieß es jetzt alle Sachen ins Auto verstauen und los geht’s. Natürlich konnten wir nicht sofort starten – bei 150 km ohne Tankstelle war es doch besser vorher noch etwas Sprit aufzutanken. Nach den anstrengenden letzten Tagen hatte keiner von uns Lust das Auto zu schieben. Wobei wir uns auch gefragt haben, ob wir ein Automatik Auto überhaupt schieben können und/oder ob man das Auto anrollen könnte?
Nun geht es los den weltberühmten Icefield-Parkway hinab in Richtung Canmore. Der Weg ist wirklich atemberaubend (obwohl er natürlich tausendmal schöner wäre ohne den leichten grauen Schleier am Himmel). Zahlreiche Gipfel mit den verbleibenden Gletschern, wunderschöne türkisfarbene Seen….auf den 230 km langen Parkway kamen wir aus dem Staunen kaum heraus.
Da wir die Athabasca-Falls gestern schon abgehackt hatten, starteten wir direkt an den Sunwapta-Falls. An Wasserfällen mangelt es in Kanada wirklich nicht. Auch hier waren wieder eine Menge Touristen anzutreffen was sicher nichts damit zu tun hatte, das man fast bis in die Wasserfälle fahren konnte.
Am Glacier Skywalk sind wir vorbeigefahren – da sich 29 CAD für diese Aussicht nicht lohnen. Diesen Skywalk kann man sich als langen weg mit Aussicht am Berghang vorstellen, welcher einen halbrunden Abschnitt mit Glasboden im frei hängenden Bereich hat.
Die nächste Station war das Columbia Icefield Centre – hier können die Touristen für sage und schreibe 50 CAD eine Gletscher-Tour machen (typisch Amerikanisch, die Touristen werden im Bus bis über den Gletscher gefahren und dürfen dort auch mal aussteigen). Nur nicht zu viel bewegen, dass könnte anstrengen. Wir kamen hier zu dem Fazit, dass es auch in Österreich und Deutschland genug Gletscher gibt, welche man sich kostenfrei ansehen kann.
Wetter und Windjacken waren am Gletscher doch von Vorteil, auch wenn das wie die Tage vorher viele andere Touristen nicht so sahen. Leider war es für uns doch etwas Kalt und regnerisch.
Wir sind vom Parkplatz bis hoch an den Fuß des Athabasca-Glacier gelaufen. Der Gletscher ist mit 5,5 km Länge und 1 km Breite sehr beeindruckend. Dennoch wird wahrscheinlich in ein paar Jahren oder Jahrzehnten auch von diesem Gletscher wohl nichts mehr übrig bleiben.
Zwischendurch gab es natürlich auch immer wieder unsere kleinen Fotostopps. An dem einen Aussichtpunkt konnten wir sehen wie eine Herde Karibus einen kleinen Stau verursachte – als sie die Straße überquert hatten, konnten die Autos weiter fahren.
Ein weiteres Highlight war der Peyto-Lake, den Aussichtspunkt erreichten wir nach einer kurzen (oder eher Mini-Wanderung). Strahlend blaues Wasser, wie aus dem Bilderbuch.
Direkt nach dem Peyto-Lake konnten wir den wunderschönen Bow-Lake und den Bow Glacier bewundern. Auch hier blies uns der Wind mächtig um die Ohren – so stark, dass es sogar Wellen auf den See gab.
Das ließ uns hoffen, kalter Nordwind und hoffentlich Regen könnten die Situation in Banff und Canmore verbessern. Doch mit dem Regen hat es leider nicht so wirklich geklappt. Ein paar Tropfen zwischendurch und das war’s leider schon wieder.
Zum Abschluss haben wir noch einen Halt am Herbert Lake gemacht. Hier war es ruhig und sehr schön. Die ganzen Touristen halten eher an den Top-Attraktionen (Lake Louise, Peyto Lake, ….) – vielleicht weil der Herbert Lake wie ein ganz normaler See aussah – nicht der typisch türkiesblaue Gletscher-See. Vielleicht werden wir hier zurückkommen und hier eine kleine Wanderung machen. Denn diese Umgebung sieht sehr vielversprechend aus. Wir haben sogar Spuren von Bären an den Bäumen gesehen. Wir sagen uns, je weniger Touristen hier irgendwo rumlaufen umso höher die Wahrscheinlichkeit einen Bär zu erspähen.
Nachdem wir den Icefield-Parkway verlassen haben – Lake Louise machen wir an einem anderen Tag in Verbindung mit einer Wanderung ging es schnurstracks in Richtung Canmore.
Es gab zwar noch einige Aussichtspunkte, welche bei klarer Sicht sicher wunderschön gewesen wären, aber für ein Smock-Foto wollten wir dann auch nicht mehr anhalten.
Es sah hier in Banff und Canmorre zwar etwas besser aus, als auf den Foto welche uns die Kanadier gezeigt haben, aber unsere Stimmung ging trotzdem gegen Null. Solange auf diesem Traum gewartet und jetzt liegt alles im Nebel. Es ist ja auch nicht nur das – so ganz gesund ist der Qualm/Rauch ja auch nicht.
Ich glaube wir haben uns alle gedacht: Diese s***** Waldbrände!!!
Hier gibt es die schönsten Plätze, Wandertouren, eigentlich einen fantastischen Blick auf die Rockies.
Stornieren können wir unser Hotel leider nicht – und das wäre auch sehr schade, weil dieses nämlich wirklich echt verdammt klasse ist. Und es richtig gut tut nach unserem Kellerloch – ganz oben, mit einer Richtigen Küche, verdammt viel Platz, zwei großen Bädern….
Nur die Aussicht passt noch nicht so ganz, da draußen noch alles durch den Smock relativ neblig erscheint und sich die etwas weiteren Berge nur erahnen lassen.
Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, ging es in die Stadt. Zunächst in einen Baumarkt um uns Atemschutzmasken zu kaufen und dann nochmal in einen Safeway, um Lebensmittel zu kaufen – jetzt können wir ja auch Richtig kochen.
Heute gab es zum Abendessen Tacos – mit Hackfleisch, Salat, Paprika und Mais. Man könnte wahrscheinlich sagen, das war unser bisher gesündestes Essen hier.
Und es war auch richtig lecker. Heute konnten wir unsere Kartenspiel-Runde wieder aufleben lassen-. Dafür war die letzten zwei Tage leider auch keine Zeit (wie auch zum Blog schreiben…).
Der Plan für morgen sieht den Yoho-National-Park vor – der liegt etwas nördlich. Alle anderen Pläne (die wunderschöne Wanderungen im Süden vorgesehen hatten) machen keinen Sinn.
Somit sind wir auch am Überlegen unseren Plan mit Kelowna (was noch südwestlich, aber noch näher an den Feuern liegt) zu skippen (hier könnten wir stornieren) und vielleicht eher nach Vancouver zu fahren und ein paar Tage auf Vancouver Island zu verbringen. Wer weiß….wir müssen erst mal sehen, was die nächsten Tage bringen…..

Bilder folgen 🙂

Tag 3 in Jasper – Mt. Edith Cavell.

Heute hat es mit dem Aufstehen geklappt, das soll heißen keiner hat verschlafen. 😛 Nach dem wir uns mit dem Frühstück gestärkt haben (mal wieder typisch kanadisch und seeeehr gesund :-P). Packten wir unsere Sachen für die heutige Tour und füllten wie jeden früh unsere Wasservorräte auf. Als wir gegen 08:30 Uhr alle im Auto saßen ging es los zum Mt. Edith Cavell, welchen wir von Jasper aus schon sehen konnten.
An diesem angekommen, schnürten wir die Wanderschuhe an und los ging es. Bereits nach wenigen Metern erreichten wir einen Aussichtspunkt, von welchem wir direkt auf den Gletscher und den Gletschersee auf dem einige Eisschollen schwammen sehen konnten. Wie wir auch schon den Schildern entnehmen konnten schrumpfte der Gletscher sehr stark, dies konnten wir sogar teilweise mit eigenen Augen sehen oder hören, denn es stürzten immer wieder Teile des Gletschers in den See.
Den Mount Edith Cavell selbst konnte man nur mit Kletterausrüstung besteigen, also entschieden wir, dieses lieber nicht zu tun. Zum Glück konnte man aber dafür den Nachbarberg besteigen. Der Weg nach oben verlief zuerst über viel Gestein und anschließend durch einen Waldabschnitt. Darauf folgte eine Wiese, welche es fast senkrecht nach oben ging. Als wir den letzten Aussichtspunkt erreichten, welcher eigentlich unser Ziel sein sollte, ging der Weg doch noch weiter. Mit der Lust einen Gipfel zu besteigen, ging es weiter nach oben. Hier liefen wir nun über Steine und Geröll. Das letzte Stück zum Gipfel hatte es in sich, gefühlt ging es hier fast senkrecht nach oben. Unterwegs haben wir mehrere Feldhamster und auch wieder unsere Streifenhörnchen, die es offenbar auf Touristen abgesehen haben entdeckt. Die Streifenhörnchen haben uns sogar verfolgt, sodass wir uns vor ihnen verstecken mussten.

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Zum Glück hat uns das Murmeltier beschützt. ;-P
Der lange und steile Aufstieg zum Gipfel hatte sich aber gelohnt. Natürlich war auch ein bisschen Wehmut dabei, denn ohne den Rauch von den Waldbränden wäre die Sicht bei unserem Wetter heute noch tausendmal besser gewesen. Doch auch so war die Aussicht auf die umliegenden Berge und die Täler mit den Flüssen atemberaubend. Durch den Nebel konnten wir die Berge in weiterer Entfernung leider nur erahnen. Aber der Blick auf den Mount Edith Cavell und die Seen bzw. die Hochebene waren dafür umso besser. Der Aufstieg hatte sich dennoch gelohnt. Unterwegs und auf dem Gipfel trafen wir eine junge Frau aus den Nordwest-Territorien, welche im T-Shirt unterwegs war und noch sagte, dass ihr zu warm ist. Wir hingegen hatten T-Shirt, Pulli und Jacke an und fragen uns was mit uns oder ihr nicht stimmt.
Auf dem Gipfel konnte auch Alex K. seine Sportlichkeit unter Beweis stellen und setzte direkt über einer Felsspalte zu Blanks an (die Felsspalte war 60 cm tief ). Auch war es schön mitten im Sommer ein paar Schneebälle zu formen. Wer kann schon von sich selber sagen, im Sommer einen Schneeball geworfen zu haben?!
Der Abstieg ging seltsamerweise erheblich schneller als der Aufstieg, warum nur?
Auf dem Weg nach unten trafen wir unter anderem zwei Deutsche und ein Paar mit Kind aus Kanada (Toronto). Das Paar berichtete uns schreckliches aus Banff, welches unser morgiges Ziel ist. Wir haben hier (leider) Bilder sehen dürfen, auf welchem vor Rauch die Hand vor Augen nicht zu erkennen war und die Autos mit einer dünnen Staubschicht bedeckt war. Wir hoffen jetzt einfach das Beste für morgen, gerade da das Hotel schon bezahlt war und sich beim Buchen super angehört hat. Und zweitens – wir dieses auch nicht stornieren können.
Wieder zurück am Parkplatz oder besser am Alarm beschallten Parkplatz, denn irgendwie ging hier ständig eine Auto-Alarmanlage nach der anderen an. Leider waren die Leute auch nicht in der Lage den Alarm ihres eignen Autos abzuschalten. Nun machten wir uns auf den Weg weiter zu den Athabasca-Falls.
Die Athabasca-Falls – die 23 m in die tiefe Stürzen – sind wie der Name schon sagt Wasserfälle, welche unserer Meinung nach total überlaufen sind. Gefühlt sind hier hunderte von Touristen unterwegs. Sie liegen am Start des Icefields-Parkways – der Morgen bei uns auf dem Programm steht, auf unserem Weg nach Canmore. Da es hier aber schon sehr voll war, wer weiß was uns morgen erst erwarten wird…und wie wird wohl erst der Himmel aussehen…
Der Ausblick am Grund auf den weiterführenden Athabasca-River mit den Bergen im Hintergrund hat sich gelohnt. Auch konnten wir hier wieder unsere Sportlichkeit unter Beweis stellen – durch Balance-Übungen auf den Steinen.
Auf unserem Rückweg nach Jasper machten wir noch einen kurzen Halt an einem Parkplatz – an dem kein Auto stand. Hier ließ es sich aushalten. Leider haben wir hier keinen Bären gesehen, sondern nur winkende Wassersportler auf einer Rafting-Tour. Fragt sich nur, ob sie oder wir die Attraktion waren…
Zurück in Jasper machte sich Alex K. auf den Weg zu einer Joggingeinheit. Den Bereich, in den er beim letzten Mal einen Bär gesehen hatte, wurde für die Menschen gesperrt. Also immer noch kein Bär-Foto. Wir hoffen, dass wir nochmal die Chance bekommen aus der Ferne einen zu entdecken…
Nach einem kurzen Abstecher in die Stadt und die letzten Einkäufe für das Abendessen – kling auch unser letzter Abend im Celtic Heaven aus. Wir freuen uns schon richtig auf morgen – in Canmore haben wir wenigstens wieder eine richtige Küche – dann heißt es Ade Mikrowellenessen.
Ein Blick in das Gästebuch unserer Unterkunft (die unverständlich mit 8,5 bewertet wurde) führte für Verwunderung. Es haben sich doch tatsächlich Gäste für die tolle Küchenausstattung bedankt. Also unter einer Küche verstehen wir (Deutschen) dann doch etwas mehr als eine Mikrowelle, ein Wasserkocher und einen Toaster. Ach und nicht zu vergessen eine Kaffeemaschine. Wir hoffen die nächsten Gäste nehmen in ihrem Kaffee keinen Wiener-Geschmack war – unserer Art Wiener zu kochen. 😉
Am Ende des Abends wurden noch die letzten Sachen gepackt, bis es hieß endlich hieß: Licht aus und Gute Nacht in unserer Gummibären-Höhle.

2. Tag in Jasper

Der Morgen begann bei Alex K. und Anja mit einem schreckhaften Erwachen – oh nein, total verschlafen. Somit haben wir eine Stunde des Tages verloren.
Nachdem Frühstück ging es nun endlich los, in den ca. 1oo km entfernten Mount Robson Provincial Park. Wie gestern sind wir direkt am Rande der Stadt auf eine kleine Herde Karibus gestoßen.
Das Gute an der Fahrt war, wir konnten die eine Stunde Zeitverlust nur durch überfahren der Grenze zu British Columbia wieder gut machen. Wobei das leider nur eine gedachte Stunde war, da wir sie bei der Rückfahrt wieder einbüßen müssen. Der Berg selbst war schon 20km vor dem Ziel zu erkennen, da dieser mit seiner weißen Krone hervorstach. Bei einer Höhe von 3954m ist das ja auch nicht verwunderlich. Je näher wir dem Ziel kamen, desto atemberaubender sah der Berg aus.
Bei der Ankunft war uns direkt klar, dass wir diesen Berg nicht an einem Tag schaffen. Also wählen wir den Weg um den Berg mit diversen sehenswerten Punkten (See, Wasserfälle ….). Unser selbst gestecktes Ziel waren 16 km hin und 16 zurück. Dabei wären es 600 m Höhenunterschied gewesen.
Der Weg führte uns zuerst am Fluss entlang durch einen Wald mit einer Art Mammutbäume. Nach den ersten 5 km kamen wir an den See. Dieser war auch wunderschön gelegen. Auf dem Weg am See entlang erspähten wir am Rand ein Schild ACHTUNG Steinlawinen Gefahr, hier war der Weg von einigen Wasser- und Felsabgängen zerstört wurden. Nichts destotrotz fanden wir einen Weg hindurch und halbrund um den See. Fast am Ende des Sees sahen wir eine schöne Stelle und setzten uns direkt an den See. Hier verharrten wir ca. 20 Minuten und genossen die Natur. Bei den Jungs kam natürlich der Spieltrieb durch und so sprangen ein paar flache Steine über den See.
Nach dieser Erholung führte uns der Weg weiter über einen Teil des Sees, welcher ausgetrocknet war. Hier ging es auch über nur halb befestigte Wege und kleine Brücken (welche je nur von einer Person überquert werden durften). Auf Grund der fortgeschrittenen Zeit und der Erschöpfung entschlossen wir uns sicherheitshalber kurz vor 14 Uhr (bzw. 13 Uhr Zeit in BC) sicherheitshalber die Rückkehr anzutreten. Es ist ja nicht allein nur der Rückweg zu Fuß zu bewältigen, wir müssen ja auch noch zurück nach Jasper.
Das positive an dem Tag war auf jeden Fall, so viele Eichhörnchen wie heute haben wir lange nicht mehr gesehen und der Blick war hier immer klar (kein Rauch).
Trotz der fortgeschrittenen Zeit haben wir uns auf dem Rückweg eine kleine Pause gegönnt, welche direkt für eine Kugelstoß -, Speerwurf -, Diskuswurfeinheit (mit Steinen) genutzt wurde.
Nachdem wir nach 22 km wieder den Parkplatz erreicht hatten, kam der erlösende Moment. Der Schuhwechsel, endlich raus aus den Wanderschuhen und in die bequemen Sport- oder Treckingschuhe.
Nach dieser Erleichterung ging es nun zurück nach Jasper – natürlich wie immer mit kleinen Foto-Zwischenstopps an schönen Seen und interessanten Punkten.
Wir sind heute auf eine Gesamtstrecke von 22,28 km gekommen bei einem Auf und Abstieg von ca. 640m.
Insgesamt ist uns aufgefallen, dass die meisten Touristen hier oben Übernachten. Des Weiteren ist Wandern hier gefühlt ein Wettrennen wer zuerst da ist, damit bleibt natürlich das genießen der Natur und entdecken von Tieren auf der Strecke

Als wir zurück in Jasper waren, wussten wir, wir haben heute alles richtig gemacht mit der Wahl Mount Robson Provincial Park. Den dort war die Sicht immer klar – hier in Jasper lag schon wieder der Rauch über der Stadt. Damit war die bei klarer Sicht wunderschöne Kulisse der umgebenden Berge war kaum noch zu erkennen. Hoffen wir mal, dass es die nächsten Tage besser wird und vor allem, dass sie die Waldbrände in den USA endlich löschen können.
Aber nicht nur wir schauten bedrückt auf den „Nebel“ der über der Stadt lag – das ging allen so.
Nachdem wir uns fürs Essen umgezogen und frisch gemacht hatten ging es nun in die „Innenstadt“ von Jasper. Zuerst hatte es uns ein Steakrestaurant angetan, in welchem es unter anderem Elch gab. Aber der Preis der Portionen in Relation zur Menge schreckte uns dann doch ab. Wir entschieden uns dann für eine Kanadische Kette EarL’s. Hier gab es für uns alle Bürger und alkoholfreie Cocktails. Zum Nachtisch gab es Schokoladen Brownie mit Schoko- und Karamellsauce sowie Vanilleeis im Karamell Becher. Die Kellner/innen in Kanada sind super nett und freundlich, auch aus dem Grund, dass sie aufs Trinkgeld angewiesen sind.
Das Bezahlen selbst bedeutete Rechnung + 17 % Trinkgeld.
Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen haben und sich unser Zahnarzt nach dem Nachtisch schon auf unseren nächsten Besuch freut, traten wir den Rückweg in unsere „Gummibärenhöhle“ an. Da wir für den nächsten Tag wieder eine Tour geplant haben und die von heute es schon ganz schön in sich hatte, ging es gleich ab ins Bett. Leider blieb da keine Zeit zum Block schreiben.

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1. Tag in Jasper

Wie angekündigt, ging es heute um 06:30 aus den Federn. Noch leicht müde hieß es nun Frühstücken und Rucksäcke packen. Beim Frühstück haben wir zu unserem Bedauern die Inhaltsstoffe unserer gekauften Marmelade gelesen. Dabei kam uns die Frage auf, ob das Marmelade oder Treibstoff ist :-). Als Fazit dazu lässt sich nach dem heutigen Tag sagen, es schadet scheinbar nichts, nützen tut es aber auch nicht.
Aber zurück zum Thema, wir sind von unserer Unterkunft in Jasper zum Maligne Lake gefahren ca. 40 km, fast nur in einem Seitental nach oben. Als wir Jasper verlassen hatten, erspähten wir am rechten Straßenrand ein paar Fahrzeuge, und siehe da, wir haben die ersten Tiere des Tages (Karibus) gesehen.

Nach ein paar Fotos ging es nun das Seitental hoch bis auf 1700 m. Auf der Fahrt viel auf, das hier ein extremer Waldbrand gewütet haben muss, da alle Bäume rechts und links auf ganzen Streckenabschnitten verbrannt waren. Allzulange her kann dieser Brand nicht gewesen sein. Bisher ist noch keine neue Vegetation zu erkennen. Abends haben wir dann nachgeschaut – er war erst dieses Jahr im Juli. Aber es ist schon traurig, wieviel dabei von der schönen Natur zerstört wurde. Und Waldbrände sind hier in vielen Regionen ein sehr großes Problem.

Als wir zum ersten See auf der Strecke kamen (Medicine Lake), war uns etwas mulmig, da dieser nur ca. zu 5-10% gefüllt war und weiter oben er sogar fast komplett trocken war und nur ein kleiner Strom des Maligne Rivers ihn noch durchzog. Früher dachten die Indianer, dass an diesem Phänomen die Geister dran schuld sein – jedoch handelt es sich hierbei um ein geologisches Phänomen. Im Herbst versickert das Wasser in poröse Kalksteinschichten und in ein unterirdisches Drainagesystem der Natur.
Nach ein paar weiteren Minuten Fahrt erreichten wir unser Ziel. Nun hieß es Wanderschuhe anziehen und Rucksäcke auf, auch unser Bärenspray nahmen wir vorsichtshalber mit.

Der erste kurze Abstecher führte uns zum See – um den immer noch ein leichter Nebel lag -, von hier aus ging es nun auf den Bald Hill. Dieser ist ca. 2300m hoch und somit 600m höher als wir. Die ersten 4 km ging es mit relativ wenig Steigung, aber dann entschlossen wir uns den steileren Weg zu nehmen und diese hatte es in sich. Von der Hoffnung getrieben vielleicht ein tolles Tier zu sehen am liebsten einen Bären, erreichten wir aber den Gipfel. Dazu lässt sich noch sagen, das der Endspurt am schlimmsten war, hier ging es extrem steil nach oben. Aber die Aussicht ließ sich durchaus sehen und somit wurden wir für den mühsamen Aufstieg belohnt. Vom Gipfel ging es nun auf einem Grad entlang, wo wir endlich ein paar Tiere zu sehen bekamen (Murmeltier, Streifenhörnchen).
Die Streifenhörnchen kamen richtig nah an uns heran, sodass wir mit ihnen ein tolles Fotoshooting hinlegen konnten. Ab hier ging es nun wieder hinunter in Richtung Tal & Mailgne Lake. Alles in allem war die Wanderung ca. 13,6 km lang und wir haben 639 Meter Höhenunterschied gemacht.
Nun ging es noch ein Stück um den See., der fast – jetzt da der Nebel ein bisschen aufgeklart hatte – wie aus dem Bilderbuch aussah. Strahlend blaues Wasser, Sonnenschein und im Hintergrund die Berggipfel.
Eigentlich hatten wir uns dann entschlossen ein Ruderboot auszuleihen. Aber, leider haben Kanadier scheinbar eine seltsame Vorstellung von Datenschutz, um ein Boot zu leihen hätten wir alle unsere gesamten Daten angeben müssen und zustimmen müssen, dass diese gespeichert und weiter gegeben werden dürfen. Dies haben wir dann natürlich nicht getan.
Nach einem kleinen Stück um den See ging es zurück zum Auto und wieder Richtung Jasper. Dabei machten wir auf der Rückfahrt noch ein paar Bilder und hielten an dem Maligne Canyon an. Hier sind wir den Canyon entlang gelaufen und haben natürlich als brave Touristen noch ein paar Bilder vom hinabprasselnden Wasser gemacht.
Zu Hause angekommen, hieß es nun essen machen und duschen bzw. für Alex K. – höchste Zeit für eine Jogging-Einheit. Bei dieser hat er einen “Bärenarsch” von weiten gesehen, der gerade wieder schnell zurück in den Wald verschwunden ist. Höchstwahrscheinlich war es ein Schwarzbär, denn nach Auskunft unseres Vermieters ist die Gegend oberhalb von Jasper das Revier eines Schwarzbären.
Zu essen gab es heute Mikrowellen Gerichte, welche zu unserer Überraschung ganz gut waren. Entweder es war wirklich gut, oder wir gewöhnen uns an das “essen” hier.

Edmonton -> Jasper

Die zweite Nacht im Westbury House war vorüber – nun hieß es Koffer packen. Der Platz im Koffer wird so langsam grenzwertig – bald sind wir wohl oder übel gezwungen uns einen neuen Koffer zu kaufen….
Das Frühstück war genauso gut wie gestern. Nachdem alle Koffer gepackt und die Sachen im Auto verstaut waren, hieß es nun Abschied nehmen von Steven und Charlet, sowie Phoebie und Alonso – die wirklich so schnell rennen können wie der Wind, wenn sie ihrer Frisbee Scheibe hinterher jagen. Über unsere Weinflasche haben sich die beiden sehr gefreut.
Jetzt geht es los….wir kommen den Rockies immer näher. In wenigen Stunden werden wir schon in Jasper sein. Die Aufregung uns Spannung wächst. Ab morgen werden dann auch endlich unsere Wanderschuhe ihren Einsatz bekommen.
Die Fahrt lief problemlos. Jedoch ist es immer noch ungewohnt, dass die Trucks hier so schnell wie die Autos fahren bzw. sogar noch schneller. Es ist hier keine Seltenheit von einem Truck überholt zu werden (außer Alex K. fährt) und dieses birgt sogar die Gefahr von Steinschlägen. Hier fahren nämlich viele Autos mit gerissenen Frontscheiben rum – so etwas wie einen TÜV gibt es hier in Kanada nicht. Die Autos werden solange gefahren, bis sie nicht mehr fahren. Daher sieht man hier auf den Straßen schon einige Rostlauben rumfahren….
Leider ist uns gerade aufgefallen – als wir beim Erstellen unserer Einkaufsliste waren – das wir einige Sachen im Kühlschrank vergessen haben…..unsere Cola, das RootBeer (da dieses wie Medizin/Zuckerrübensaft schmeckt – ist es um dieses nicht so Schade), unser Rest Käse, Ketchup, H2O, der Pudding, der wie die Werters Original Bonbons schmeckt…)
Nach dem wir fast an einer 64km (gefühlt aber 640 km) langen Baustelle vorbei waren, erreichten wir die Industriestadt Hinton. Hier haben wir zuerst eine Tankstelle aufgesucht, welche wir kurz vor der Tankreserve noch erreichten. Auch haben wie hier noch einen kurzen Zwischenhalt gemacht um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Wie gestern schon in Edmonton im Walmarkt, war auch hier die Suche nach Obst und Gemüse ergebnislos. Zum Glück gab es einen Safeway neben an, hier konnten wir Bananen und diverse weitere Lebensmittel kaufen.
In Hinton sind wir auch auf einen Bär getroffen. Aber keine Sorge, dieser war nur aus Plastik, dafür aber sehr groß.
Weiter ging es jetzt Richtung Jasper, wobei wir am Eingang vom Jasper Nationalpark die Nationalpark Jahreskarte für PKW bis zu 8 Personen kaufen mussten. Leider fiel uns erst hier auf, dass die nächste Unterkunft ohne Frühstück war und wir dafür Garnichts eingekauft haben. Nichts destotrotz kamen wir unserem nächsten Zwischenhalt in Miete Hots Springs näher. Als wir uns mit dem Mietwagen die kurvige Straße nach ca. 30 Minuten hochgequält hatten und unterwegs noch 2 Fotostopps eingelegt haben, erreichten wir HotSpings, welches für seine heißen Quellen bekannt ist.
Hier kreuzte ein ???? , der direkt aus dem Wald kam, unseren Weg. Natürlich haben sofort alle ihre Kameras gezückt.
Ein paar Meter haben wir hier auch zu Fuß zurückgelegt – bis zur Quelle die nicht mal einen Kilometer entfernt war. Zuweit wollten wir uns doch nicht von unserem Auto – das bis obenhin mit unserem Gepäck beladen war – entfernen. Es wäre alles andere als gut, wenn wir am Ende ohne Sachen und gar ohne Auto dagestanden hätten.
Die großen Wandertouren kommen schon noch früh genug.
Auf unserem weiteren Weg in Richtung Jasper haben wir immer wieder kleine Stopps zum Fotografieren eingelegt – typisch Kanada wie wir es kennen: zahlreiche Wälder, wunderschöne Seen, …kurzum eine traumhafte Landschaft.
Nur Schade das die Bilder nicht so gut geworden sind, da über uns ein seichter Nebel liegt, der von den sehr weit entfernten Waldbränden zu uns gezogen ist.
Leider ist unsere Unterkunft diesmal nicht so “luxuriös” wie erwartet, aber für die 4 Nächte wird es schon gehen.
Durch unsere Erkenntnis, dass wir Frühstück selbst machen müssen, sind wir hier dann noch einmal schnell in die Stadt zum einkaufen gelaufen (ca. 700m von der Unterkunft). Leider waren wir von den Preisen extrem schockiert, aber es nützt nicht essen müssen wir schon. So haben wir zum Frühstück ein bisschen Müsli, Milch und Marmelade besorgt. Bis ca. 22:00 Uhr haben wir dann noch den nächsten Tag und unsere 1. große Wanderung geplant. Das heißt morgen geht es los !!!!

–> 06:30 Frühstück.