1. Tag in Jasper

Wie angekündigt, ging es heute um 06:30 aus den Federn. Noch leicht müde hieß es nun Frühstücken und Rucksäcke packen. Beim Frühstück haben wir zu unserem Bedauern die Inhaltsstoffe unserer gekauften Marmelade gelesen. Dabei kam uns die Frage auf, ob das Marmelade oder Treibstoff ist :-). Als Fazit dazu lässt sich nach dem heutigen Tag sagen, es schadet scheinbar nichts, nützen tut es aber auch nicht.
Aber zurück zum Thema, wir sind von unserer Unterkunft in Jasper zum Maligne Lake gefahren ca. 40 km, fast nur in einem Seitental nach oben. Als wir Jasper verlassen hatten, erspähten wir am rechten Straßenrand ein paar Fahrzeuge, und siehe da, wir haben die ersten Tiere des Tages (Karibus) gesehen.

Nach ein paar Fotos ging es nun das Seitental hoch bis auf 1700 m. Auf der Fahrt viel auf, das hier ein extremer Waldbrand gewütet haben muss, da alle Bäume rechts und links auf ganzen Streckenabschnitten verbrannt waren. Allzulange her kann dieser Brand nicht gewesen sein. Bisher ist noch keine neue Vegetation zu erkennen. Abends haben wir dann nachgeschaut – er war erst dieses Jahr im Juli. Aber es ist schon traurig, wieviel dabei von der schönen Natur zerstört wurde. Und Waldbrände sind hier in vielen Regionen ein sehr großes Problem.

Als wir zum ersten See auf der Strecke kamen (Medicine Lake), war uns etwas mulmig, da dieser nur ca. zu 5-10% gefüllt war und weiter oben er sogar fast komplett trocken war und nur ein kleiner Strom des Maligne Rivers ihn noch durchzog. Früher dachten die Indianer, dass an diesem Phänomen die Geister dran schuld sein – jedoch handelt es sich hierbei um ein geologisches Phänomen. Im Herbst versickert das Wasser in poröse Kalksteinschichten und in ein unterirdisches Drainagesystem der Natur.
Nach ein paar weiteren Minuten Fahrt erreichten wir unser Ziel. Nun hieß es Wanderschuhe anziehen und Rucksäcke auf, auch unser Bärenspray nahmen wir vorsichtshalber mit.

Der erste kurze Abstecher führte uns zum See – um den immer noch ein leichter Nebel lag -, von hier aus ging es nun auf den Bald Hill. Dieser ist ca. 2300m hoch und somit 600m höher als wir. Die ersten 4 km ging es mit relativ wenig Steigung, aber dann entschlossen wir uns den steileren Weg zu nehmen und diese hatte es in sich. Von der Hoffnung getrieben vielleicht ein tolles Tier zu sehen am liebsten einen Bären, erreichten wir aber den Gipfel. Dazu lässt sich noch sagen, das der Endspurt am schlimmsten war, hier ging es extrem steil nach oben. Aber die Aussicht ließ sich durchaus sehen und somit wurden wir für den mühsamen Aufstieg belohnt. Vom Gipfel ging es nun auf einem Grad entlang, wo wir endlich ein paar Tiere zu sehen bekamen (Murmeltier, Streifenhörnchen).
Die Streifenhörnchen kamen richtig nah an uns heran, sodass wir mit ihnen ein tolles Fotoshooting hinlegen konnten. Ab hier ging es nun wieder hinunter in Richtung Tal & Mailgne Lake. Alles in allem war die Wanderung ca. 13,6 km lang und wir haben 639 Meter Höhenunterschied gemacht.
Nun ging es noch ein Stück um den See., der fast – jetzt da der Nebel ein bisschen aufgeklart hatte – wie aus dem Bilderbuch aussah. Strahlend blaues Wasser, Sonnenschein und im Hintergrund die Berggipfel.
Eigentlich hatten wir uns dann entschlossen ein Ruderboot auszuleihen. Aber, leider haben Kanadier scheinbar eine seltsame Vorstellung von Datenschutz, um ein Boot zu leihen hätten wir alle unsere gesamten Daten angeben müssen und zustimmen müssen, dass diese gespeichert und weiter gegeben werden dürfen. Dies haben wir dann natürlich nicht getan.
Nach einem kleinen Stück um den See ging es zurück zum Auto und wieder Richtung Jasper. Dabei machten wir auf der Rückfahrt noch ein paar Bilder und hielten an dem Maligne Canyon an. Hier sind wir den Canyon entlang gelaufen und haben natürlich als brave Touristen noch ein paar Bilder vom hinabprasselnden Wasser gemacht.
Zu Hause angekommen, hieß es nun essen machen und duschen bzw. für Alex K. – höchste Zeit für eine Jogging-Einheit. Bei dieser hat er einen “Bärenarsch” von weiten gesehen, der gerade wieder schnell zurück in den Wald verschwunden ist. Höchstwahrscheinlich war es ein Schwarzbär, denn nach Auskunft unseres Vermieters ist die Gegend oberhalb von Jasper das Revier eines Schwarzbären.
Zu essen gab es heute Mikrowellen Gerichte, welche zu unserer Überraschung ganz gut waren. Entweder es war wirklich gut, oder wir gewöhnen uns an das “essen” hier.

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