Edmonton Tag 1

Die erste Nacht im Westbury House war vorüber. Was wird uns zum Frühstück erwarten? Wird es genauso gut wie im Lakeview, schlechter oder ist es noch zu toppen?
Der erste Blick auf den Frühstückstisch und wir waren guter Hoffnung. Es gab große Schokomuffins, Naturjoghurt mit Blaubeeren und Himbeeren, selbst gebackenes Brot (Toast), Croissons, Müsli, Rührei… Wir hatten nichts zu beklagen. Und die Muffins sind echt göttlich! – und auch genauso kalorisch. Aber nichts desto trotz, sollten wir irgendwo einen Sears finden, dann wissen wir, was auf unserem Einkaufszettel stehen wird.
Nachdem wir reichlich gefrühstückt haben und uns Steven die wichtigsten und interessanten Punkte auf der Karte eingezeichnet hatte, ging es los nach Edmonton. Ganz ohne Navi, nur mit dem eingezeichneten Weg haben wir unseren Parkplatz in einer Seitenstraße problemlos gefunden. Das ging schon mal einfacher als in Calgary.
Der Weg quer durch das Fringe Festival führte uns zu unserem Zwischenziel – die Bahnstation für die Edmonton Highlevel Streetcar. Mit dieser Bahn (unser Wagon „Melbourne Australia 930“ 1947 war ursprünglich einmal in Melbourne Australien auf den Schienen unterwegs gewesen) fuhren wir nun über die höchste Straßenbahnbrücke der Welt mit 48 m Höhe und sogleich durch den einzigen Straßenbahntunnel in Alberta. Bevor wir jedoch die Brücke passieren konnten mussten noch drei Dinge überprüft werden: 1. Ist die Brücke noch vorhanden? 2. Funktionieren die Lampen/die Elektrizität noch? 3. Befindet sich jemand auf der Brücke? Nachdem alle drei Punkte gescheckt wurden, ging es nun endlich über die Brücke. Wobei Punkt 1 sicher eher der Unterhaltung der Fahrgäste diente. 
An der Endhaltestelle in Jasper wagten wir uns nun in die Innenstadt von Edmonton. Als wir durch den Railway Park gingen, sind wir direkt an der Edmonton Marathonstrecke vorbeigekommen. Die Läufer bzw. ihr Laufstil sah teilweise schon alles andere als gesund aus. Und man fragt sich schon, muss man mit Krücke und einem Aircast-Schuh wirklich einen Marathon laufen?????????
Weiter ging es – durch ein paar Blocks, dann wieder ein Stückchen entlang der Marathonstrecke – durch die City of Edmonton. So wirklich schön war es hier aber nicht. Viele Bettler, Junkies und Obdachlose auf der Hauptstraße. Einige hatten sogar eine Blootooth-Freisprecheinrichtung – das war schon ein bisschen komisch und unheimlich – weiß man mit wem er kommuniziert und wer an der nächsten Ecke auf uns warten könnte? Daher haben wir uns an der Bank dann doch lieber entschlossen uns Geld in Jasper zu holen und nicht hier.
Unser Weg führte uns nun zu dem ältesten Gebäude der Stadt. Ein Hotel, das im Jahre 1915 fertig gestellt wurde. Von diesem ging eine Treppe nach unten in Richtung Fluss und Park. Auf dieser haben wir kurz eine Trinkpause eingelegt. Leider mussten wir hier einen Deckel von unserer Wasserflasche beklagen, da dieser direkt durch die Ritze im Boden gefallen ist. Nur gut dass es keine Kameraabdeckung oder etwas anderes wichtiges war.
Unser Spaziergang ging weiter entlang des Flusses, über die Brücken und durch den Park. Hier im Grünen war es schon wesentlich angenehmer als in der Innenstadt.
Auf dem Weg zum Regierungsgebäude sind wir an einem Baseball-Stadium vorbeigekommen. Dieses hat am Sonntag geöffnet (for Free), sodass Familien mit ihren Kindern hier ein Paar Bälle schlagen können. Ich glaube, danach würde man in Deutschland vergeblich suchen…
Am Regierungsgebäude haben wir den Rückweg mit der Bahn angetreten – die war dieses mal richtig voll. Auch der Ansturm der Leute die in die Bahn Richtung City wollten, war wesentlich größer als bei unserer Hinfahrt – also haben wir alles richtig gemacht. Zwischen durch kam uns sogar der Waggon entgegen, der ehemals in Hannover unterwegs gewesen ist („Hanover Germany 601“ (1970)).
Auf dem Rückweg haben wir noch an einem Outdoor-Geschäft Halt gemacht. Die Parkplatzsuche gestaltete sich nicht so einfach – alle möglichen Parkplätze in der Seitenstraße waren belegt, nur Kurzzeitparker mit 5 min frei. Bevor wir noch mehr Zeit verschwendeten ging es dann auf den Bezahl-Parkplatz. Dort waren wir dann zur richtigen Zeit am richtigen Fleck – denn wir haben von einer Familie ihren Restparkschein (noch ca. 1 h) geschenkt bekommen. Nachdem Outdoor-Geschäft, ging es dann noch eindecken mit Lebensmittel in einen Walmart. Nur irgendwie suchten wir hier die Obst und Gemüse Abteilung vergeblich….
Letztendlich wurden wir dann aber in einem anderen Supermarkt doch noch fündig. Jetzt ging es endlich wieder ab zurück ins Westbury House und es war Zeit fürs Abendessen.
Natürlich haben wir auch heute Abend nicht auf unsere alltägliche Kartenrunde verzichtet. Da es keine Einigung zwischen Doppel- und Schafskopf gab – hieß es Skibo. Die Skibo-Karten liegen zwar noch zu Hause in Deutschland – aber mit Romme Karten geht’s auch. 😉 Die „Not“ macht erfinderisch.
Fazit des heutigen Tages: Edmonton ist zwar die grünere Stadt, aber Calgary ganz eindeutig die schönere!

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