Nachdem wir den gestrigen Regentag gut überstanden hatten, wagten wir uns heute ein bisschen weiter vor die Tür. Die Richtung allerdings war zunächst die gleiche. Nach dem Frühstück wurden die Rucksäcke gepackt und wir machten uns auf den Weg nach Ändalsnes. Am Wanderparkplatz wurden die Wanderschuhe nochmal festgeschnürrt, die Rucksäcke aufgesetzt und wir machten uns auf den Weg. Unser Ziel: 687 m nach oben auf die Spitze des Nesaksla (715 m über den Meerespiegel) mit einem Zwischenstopp auf der bekannten Aussichtsplattform Romsdalstrappa (550 m ü.M.). Der Weg führte uns erst über Stahltreppen, die uns bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die noch folgende Steigung lieferte. Über viele Wurzeln und Steine wagten wir uns Schritt für Schritt nach oben.
Der anspruchsvolle Weg und die Höhe waren leider nicht für alle geschaffen, sodass erst einer und dann noch ein zweiter nach einer bereits weit zurückgelegten Strecke den Rückweg antreten mussten.
Die anderen vier wanderten weiter hinauf. Das erste Highlight war schon früh zu sehen, jedoch musste der Weg bis dorthin erst noch gemeistert werden.
Daher hieß es weiter Schritt für Schritt bergauf und Zähne zusammenbeißen.
Dann endlich, haben wir die Romsdalstrappa erreicht und genossen die wunderschöne Aussicht. Bereits auf dem Weg nach oben wurde das eine oder andere Foto geschossen, hier aber stieg die quantitative Zahl der Fotos sprunghaft an.
Natürlich wurde sich auch umgehend in das Wanderbuch eingetragen. Der kurze Nieselregen zwischendurch war zum Glück nicht von langer Dauer, sodass wir beschlossen haben den weiteren Weg hoch zum Gipfel des Nesaksla zu meistern.
Die Anstrengung zahlte sich aus, der Blick war wunderschön.
Die Panorama-Funktion von Handy und Kamera wurde ausgiebig getestet.
So schön es hier oben auch war, die Temperatur von schlage 4 °C zusammen mit dem Wind zwangen uns leider wieder peu a peu den Rückweg anzutreten, natürlich erst nachdem wir einen Blick in die Schutzhütte geworfen sowie ins Gipfelbuch eingetragen haben.
Auf dieser Wanderung sind uns viele Wanderer entgegengekommen, insbesondere aus Deutschland. Die Einheimischen sprangen förmlich den Weg hinauf und hinab – in Turnschuhen. Besonders eine circa 70-Jährige Norwegerin beeindruckte uns alle. Sie läuft diese Strecke jeden Tag. Ja, jeden Tag. Man könnte meinen, der Spruch „Wer rastet, der rostet“ entstammt von hier. Nachdem wieder alle gut und sicher beim Auto angekommen sind, machten wir uns auf die Suche nach den Trollen, die hier in der Gegend ihr Unwesen treiben.
Unser Weg führte uns entlang vieler Serpentinen durch eine atemberaubende Landschaft. Links und rechts Berge von denen riesige Wasserfälle herunter strömen.
Nach 11 Haarnadelkurven erreichten wir Stigrøra (858 m ü.M.). Die Aussicht überwältigte uns alle.
Die Hochfahrt war schon sehr spannend, die Abfahrt ließ jedoch bei allen kurz das Adrenalin in die Höhe schießen. Unser Fahrer, Alex S., vergaß für einen kurzen Augenblick beim Greifen nach seiner geliebten Dortmund-Mütze das Lenkrad um ein paar Zentimeter nach Links zu drehen. Dadurch steuerten wir für ca. 1 Sekunde geradeaus in Richtung Abgrund. Dieser war zwar noch weit entfernt, aber unser Atem stockte, der Adrenalinspiegel schoss hoch hinaus. Die restlichen Serpentinen fuhren wir entspannt nach unten, abgesehen von einem Offenbacher VW-Bus der plötzlich in der Kurve stoppte um Fotos zu machen. Wir sollten dazu erwähnen, es gab auf der Strecke genug Punkte zum Anhalten. Wir haben uns in unserem gesamten Urlaub so viel Mühe gegeben ein gutes Licht auf Deutschland zu werfen (immer schön grüßen, freundlich sein, Fußgänger über die Straße lassen, bremsen für Dackel die mitten im Wald über die Straße laufen, unseren Müll nicht in der Umwelt verteilen, sogar an die Geschwindigkeits-Höchstgrenzen halten wir uns) und diese Offenbacher machen einfach alles kaputt. Nach einem kurzen Boxenstopp im Supermarkt – Lachs & Geflügel standen auf dem Einkaufszettel – freuten wir uns auf die wohltuende Dusche in unserer Unterkunft. Währenddessen zauberten uns Alex K. und Micha ein leckeres Hähnchen Teriaki. Fisch durfte hier in Norwegen jedoch nicht fehlen. Daher gab es noch ein paar Lachs-Steaks dazu. Am Abend konnten wir im dritten Anlauf (das Spiel musste zweimal aufgrund fortgeschrittener Uhrzeit pausiert werden) endlich unser Mensch ärgere dich nicht zu sechst beenden. Jeder der schon mal zu sechst die Sechser-Variante gespielt hat, weiß sicherlich das wir jede Menge Spaß hatten und keiner vor den Anderen sicher war. Wir haben viel gelacht, insbesondere da etliche Würfelprophezeihungen auch wahr wurden (vor allem die von Tino). Erleichtert diese Partie nun endlich gemeistert zu haben, ließen wir den Abend ruhig ausklingen.




























