Die erste Nacht in unserer neuen Unterkunft haben wir gut überstanden – naja, abgesehen von Alex S., dessen Zimmer an der Eisenbahnstrecke liegt. Dadurch wurde er doch ab und zu durch ein paar vorbei fahrende Züge geweckt haben. Hier muss noch hinzugesagt werden, dass die Züge in Kanada wesentlich länger sind als die Güterzüge in Deutschland. Hier können diese sogar bis zu 3 km lang sein.
Der neue Morgen stimmte uns schon etwas optimistischer – immerhin konnten wir den Ausblick aus unserem Zimmer genießen. Zwar erst mal nur zu einer Seite, aber vielleicht klart es die nächsten Tage noch weiter auf. Regen ist zu mindestens gemeldet.
Bevor wir unseren heutigen Trip begonnen haben, galt es natürlich sich erst mal richtig zu stärken. Hier ließ es sich auch richtig gut frühstücken – mit einem großen Essenstisch, statt zusammengekauert auf zwei Behelfstischen, wie in unserer Gummibärenhöhle.
Auf unserem Speiseplan standen Müsli, natürlich typisch Kanadisch darf die süße Zutat – in unserem Fall ganz leckere Muffins (Schoko, Karamell und Blaubeere) nicht fehlen. Des Weiteren Brötchen, welche wir gestern gleich in einer extra Large Tüte als 30er Pack gekauft haben, da diese am günstigen waren. Wer weiß wie lange wir damit hinkommen. Noch dazu hatten wir nicht unbedingt Lust auf Toast, denn diesen gab es die Tage davor schon genug.
Nachdem wir gemütlich gefrühstückt haben, machten wir uns auf den Weg in den Yoho-Nationalpark. Dafür mussten wir erst mal das Auto aus der Tiefgarage des Hotels bekommen, dies gestaltete sich einfacher als gedacht. Also ging es direkt auf den Highway Richtung Field. Nach einem Kilometer kam auf der Autobahn die Mautstelle für den Nationalpark. Den Pass haben wir ja schon auf unserer Fahrt von Edmonton nach Jasper als Jahrespass gekauft. Somit mussten wir uns hier keine Sorgen machen. Aber wie ordentliche Deutsche stellten wir uns hinten auf einer der Spuren zum Prüfen der Karte an. Fast vorne angekommen, fiel uns auf, dass wir das Ganze auch schneller haben könnten, denn die rechten Spuren waren ohne Kontrolle und genau für unsere Jahreskarte gedacht, naja was Solls. Beim nächsten Mal wissen wir es besser.
Den ersten Halt auf unserer Tour machen wir auf einem Parkplatz im Yoho-Nationalpark. Hier wurde auf Tafeln und einem Model erklärt, wie die Züge durch die Rockys fahren. Dabei waren die Zugtunnel durch die Rockys mit 4,5% Steigung (Normal maximal 2,5%) im Berg(Tunnel) als Spirale am interessantesten.
In Field führte uns der Weg nun weiter zu den Takkakaw-Falls, die zweitgrößten Wasserfälle Kanadas, nach den Della Falls auf Vancouver Island. Wobei der Weg zu diesen nicht ganz einfach ist. Es gibt drei Serpentinen, deren Keren eigentlich zu klein für Wohnmobile sind. Diese werden auf einen Schild daraufhin gewiesen, an den Keren jeweils die Richtung zu wechseln, d.h. sie müssen den mittleren Teil rückwärts hochfahren. Auf dem Weg nach oben war leider weit und breit kein Wohnmobil vor uns. Das wäre sicher interessant gewesen, dies zu sehen.
Schon von weiten konnten wir die 254 m hohen Takkakaw-Falls bewundern. Und wie der Name „takakkaw“ = wunderbar auch schon sagt, es ist sehr beeindruckend welche Massen an Wasser die Klippe hinabstürzen. Und je näher wir ihnen gekommen sind, natürlich umso windiger und nasser für uns. Daher hieß es Fotos lieber aus der Entfernung schießen.
Von dort aus führte uns ein Wanderweg direkt in Richtung der Hidden Lakes und des Yoho-Lakes. Dieser Weg führte ein Stück am Fluss entlang und dann durch einen Wald relativ steil nach oben. Hier im Wald war es einfach wunderbar, frische, feuchte Luft und kaum Touristen – Richtig angenehm.
Die erste Station auf dem Weg nach oben waren die Hidden Lakes, zu welchen wir vom eigentlichen Weg abzweigen mussten. Als wir uns zu diesen durchgeschlagen hatten (wahrscheinlich ist auf diesen Weg schon lange kein Wanderer mehr langgelaufen, beste Chance vielleicht einen Bären zu erspähen) sahen wir einen total ausgetrockneten See und einen sehr stark geschrumpften See.
Immerhin ist hier erst vor kurzen eine Herde Karibus vorbeigekommen, was wir an den frischen Spuren im Boden erkennen konnten.
Weiter ging es hinauf in Richtung Yoho-Lake. Da die Wolken jedoch nicht so gut aussahen entschieden wir uns mit den ersten Regentropfen sicherheitshalber umzukehren. Denn der Weg nach unten würde sicher durch die zusätzliche Feuchtigkeit nicht einfacher werden, mit etwas rutschen und einem schellen Gang haben wir es aber ohne Verluste geschafft.
Wir haben alle den Parkplatz wieder sicher erreicht und setzen unsere Fahrt in Richtung Emerald Lake fort.
Einen kurzen Zwischenstopp, wie auch gefühlt hunderte weitere Touristen, machten wir an der „Natural Bridge“. Ein kleiner Wasserfall über den eine natürlichen Brücke aus Steinen geht. Auf dieser Brücke standen wir mit gefühlt 100 Touristen eng an eng. Wir fragen uns dabei wie die Brücke das aushalten konnte, bevor wir diese Frage aber beantworten konnten, waren mit einem Schlag alle Touristen weg. Wir nutzen die Gunst der Stunde um ein paar Fotos zu machen. Da wir alle gesehen haben, dass sich die Touristen wieder ihren zwei Bussen näherten hieß es für uns jetzt aber schnell. Zurück ins Auto und vor den Bussen am Emerald Lake sein.
Nach 5 Minuten Autofahrt waren wir am See, hier einen Parkplatz zu finden war eine Herausforderung, die wir meistern konnten. Nach einem kurzen Weg durch den Wald erspähten wir einen anderen kleinen See. Denn ursprünglichen Weg zur Lodge, welchen wohl sehr lange keiner mehr gegangen war (da der Weg fast zugewachsen war) konnten wir leider nicht nehmen. Also entschieden wir uns zurück zum Parkplatz und wie alle anderen Touristen den direkten Weg über die Brücke zu nehmen. Leider hat es hier dann richtig angefangen zu regnen, daher konnten wir den wunderschönen Emerald-Lake nur im Regen bewundern.
Schnell ging es zurück ins Auto und heim nach Canmore. Es war zwar schade, dass wir den See nur im Regen bewundern konnten, aber Regen ist für die Luft richtig gut. Denn so wird die Asche der Brände aus den USA aus der Luft gewaschen.
Auf dem Weg zurück haben wir direkt passend zu unseren neuen Erkenntnissen vom Parkplatz am Vormittag, einen langen Zug auf dem Weg durch die Rockys sehen dürfen. Dieser stand zwar gerade war aber gut 2 km lang.
Zurück im Hotel-Zimmer bemerkten wir, dass das Zimmermädchen unsere Klimaanlage auf 20 °C runtergestellt hatte. Bei dem Regen draußen haben wir doch etwas gefroren. Somit war es höchste Zeit die Klimaanlage ein paar Grad nach oben zu Stellen und unseren Kamin einzuweihen.
Nachdem wir uns wieder aufgewärmt hatten, testeten Alex K. und Anja den Fitness Raum des Hotels aus, Tino und Alex S. machten von der Waschmaschine gebrauch.
Zum Abendessen gab es heute Nudeln und Bolognese. Auch haben wir den Tag für morgen geplant, wahrscheinlich geht es sozusagen auf den Hausberg auf der anderen Seite des Tals, mit dem schönen Namen Lady Macdonald. Wir sind gespannt was uns dort erwartet. Da diese Wanderung sehr anstrengend wir gab es heute nur eine kleine Runde Rommé.












