7) Östersund

Der Sonntag begann im Vergleich zu den vorherigen Tagen relativ spät. Nachdem wir mehr oder weniger ausgeschlafen unser erstes Frühstück in Schweden verzehrt hatten, haben wir uns in die Innenstadt von Östersund gewagt. Hier in Schweden sind die Geschäfte auch Sonntags geöffnet, aber erst ab 12 Uhr. Dadurch hatten wir zum Glück die Innenstadt weitestgehend für uns.

Unser erster Stopp, die Touri-Info. Hier wurden wir freundlich empfangen und haben ein paar gute Tipps bekommen.

Was hier in Östersund natürlich nicht fehlen durfte – das Biathlon Stadion. Da wir in Kanada schon die Sportstätten von den Olympischen Spielen von Calgary und das Biathlon Stadion in Canmore besichtigt haben, dufte dieses hier nicht fehlen.

Es ist ein sehr schönes Stadion und besonders die Tribünenplätze auf der rechten Seite bieten einen wunderschönen Blick auf Östersund und den angrenzenden See. Traumhaft. Nebenbei bemerkt, ein Blick auf die Schließanlage und Strecken ist dort natürlich auch gegeben. Während unseres Aufenthaltes konnten wir die Schweden beim Sommerbiathlon-Training beobachten. Insgesamt sind die Skandinavier alle sehr sportlich.

Geld abheben gestaltete sich in Schweden als schwierig. Um unsere 5100 SEK abzuheben brauchten wir mehrere Anläufe. Immer wieder kam die Fehlermeldung, das der gewünschte Betrag zu groß ist. Nach langsamen herantasten konnten wir den max. Abhebebetrag von 2000 SEK (1€ entspricht ca. 9,7 SEK) ermitteln, daher brauchten wir ganze drei Abhebungen. Hier könnte man es fast wie Asterix und Obelix sagen: Die spinnen die Schweden, dass sie freiwillig ihr Bargeld abschaffen.
Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft nutzen wir die Gelegenheit direkt am Wasser entlangzulaufen.

Am Nachmittag wagten wir uns ganz in die Nähe der größten Wild-Gattung.

Unser Guide identifizierte uns sofort als Deutsche. Alle haben an sich heruntergeschaut und gefragt, woran das auf den ersten Blick erkannt wurde. Und des Rätsels Lösung war die gelbe Wand, die sogar in Schweden bekannt war, den Alex S. hatte seine BVB Mütze auf. Im Moose Garten, einige Kilometer außerhalb von Östersund, konnten wir ein paar Elche streicheln und gehörten zu den ersten 50 Personen die das gerade mal zwei Wochen alte Kalb namens Potter bestaunen konnten.

Innerhalb des ersten Jahres steigern sie ihr Gewicht auf bis zu 100 kg. Elche gelten nicht zu unrecht als Schnelltrinker – die Milchflasche war Ruck zuck leer getrunken. Nachdem wir natürlich etliche Fotos von dem Kleinen geschossen hatten, näherten wir uns allmählich den ausgewachsenen Tieren.

Diese waren auch verdammt groß. Mehr als 5000 Verkehrsunfälle im Jahr beruhen auf Zusammenstößen mit diesen liebenswürdigen Tieren. Daher sollte man in Schweden (bzw. in Skandinavien) auch besonders aufpassen, nicht umsonst gibt es hier gefühlt an jeder Straßenecke ein Elch-Warnschild. Die Tiere werden hier immer nach Ereignissen aus ihrem Geburtsmonat benannt. So hieß ein Elch „Hero“ – anlässlich des Schwedischen Siegs beim Grand Prix und dieser hier „Neuner“, da in dessen Geburtsjahr Magdalena Neuner in Östersund triumphiert hatte.

Die Elche fühlten sich weich und warm (Hörner) bzw. borstig (Fell) an.

Nebenbei fressen sie bis zu 25 kg Gras am Tag, 500 kg Kartoffeln/Woche und sondern sehr viel Hautfett ab. Die Betreiber stellen daraus u.a. Seifen her, machen nebenbei noch Elch-Käse und aus Elch Dung, der kleine Zellulose Köttel enthält auch noch Elch-Papier. Bei strahlendem Sonnenschein traten wir allmählich den Rückweg an. Nicht ohne die beiden Aschaffenburger, die eine 3-monatige Auszeit für Ihre Skandinavien Tour genommen hatten, zu fragen ob sie denn ein Foto von uns machen könnten:

Zurück in unserer Unterkunft zauberten wir mit mehreren kleinen Pfannen auf etwas umständlichen Weg (größere Pfannen bzw. allgemein Geschirr waren in unserer Unterkunft etwas Mangelware) ein leckeres Abendessen. Dennoch wurde die gute Laune bald getrübt:
Micha, oh unser Michael, er hat den Flieger dank DB verpasst, darum gibt’s jetzt keine Landung in Östersund, sondern in Molde. Die Landebahn dort sieht aus wie ein Zementsteg auf dem Wasser. Wir sind sehr gespannt, was er morgen erzählt…
Auf diesen Schreck haben wir natürlich … noch eine Partie Rommee gespielt.

Zum Abschluss noch ein Panorama mit Blick auf Östersund:

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