8) Östersund – Molde – Tokle

Der Tag begann irgendwann zwischen 5 und 6 Uhr, da wir uns pünktlich um 6 Uhr zum Frühstück getroffen hatten. Nachdem das Auto vollgepackt war, wir durchgezählt – 1, 2, 3, 4, 5 – hatten ging es los. Bye, bye Schweden.

Dennoch hatte Schweden für uns ein kleines Abschiedsgeschenk bei einer unserer Pausen parat: Mücken, Mücken über Mücken. Die einen haben es mehr abbekommen als andere.

Relativ schnell führte uns der Weg von den moorigen, stehenden Gewässern nach Norwegen. Eine sehr schöne Landschaft, geprägt von Wasserfällen, Flüssen, saftig grünen Wiesen, Wäldern, Fjorden, schneebedeckten Bergen in der Ferne und ab und zu einige idyllisch wirkende Häuschen mit moosbewachsenen Dächern.

Unsere Fahrt stand nicht nur unter dem Motto Regen on Regen off, sondern auch Tunnel on Tunnel off. Ein Tunnel brachte uns besonders zum Staunen. Unsere Scheiben liefen plötzlich von außen an, daher wurde oder besser musste der Scheibenwischer schnell eingeschaltet werden.
Die Tour führte uns entlang einer sehr schönen, von Foto-Motiven geprägten Strecke.

Jedoch gab es leider nicht immer die Möglichkeit eine geeignete Stelle zum Anhalten zu finden. Daher mussten wir uns ab und zu mit Car-in-Action Fotos begnügen.

Nach unseren zwei großen Fährüberfahrten lagen heute zwei kleinere Überfahrten vor uns.

Zwischen den beiden Fährüberfahrten lag Molde. Rechtzeitig erreichten wir den Flughafen und konnten sogar Michas Flieger aus der Ferne gen Molde fliegen sehen.

Die Spannung stieg, viele Leute stiegen aus dem Flugzeug, kein Micha, noch mehr Leute, immer noch kein Micha. Aber dann endlich war unser Micha zu erkennen. Yeah! Alles hat geklappt. Nach dem wir unseren fehlenden Passagier mit einer Laola freundlich in Molde empfangen haben, machten wir uns auf den weiteren Weg Richtung Tokle. Im Auto hieß es natürlich wieder durchzählen – 1, 2, 3, 4, 5 und 6. Juhu, wir sind wieder vollzählig.
Der weitere Weg führte uns zunächst durch einen Tunnel unterhalb des Fjords. Daher könnten wir nun sagen wir sind mit der Fähre durch ein Fjord gefahren, unter einem Fjord gefahren und wohnen jetzt sogar ein paar Tage direkt an einem Fjord. Micha ist sogar über einen geflogen.

Nach 47 km erreichten wir unseren Zielort und unser Ferienhaus, an dem wir erst einmal vorbeigefahren sind. Von außen sieht es schon sehr idyllisch aus, bis wir es aber von innen bewundern konnten mussten wir uns noch ein bisschen die Zeit vertreiben.

Wir nutzen die Zeit ein bisschen durch Tokle zu fahren und im ortsansässigen Supermarkt die Preise zu vergleichen (u.a. 1 Packung Toffifee mit 15 Stück für ca. 4,40 €, ähnlich viel kostete eine Packung mit 12 Eiern) und fürs Abendessen einzukaufen. Zurück in unserem Ferienhaus kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wunderschön, sauber, toll eingerichtet, es gab eigentlich alles, insbesondere kein Küchengerät was es nicht gab (sogar ein Schokobrunnen, … – except ein Toaster) und nicht zu vergessen ein grandioser Blick von unserer wunderschönen Terrasse.

Wir haben die richtige Wahl mit unserem Häuschen getroffen und freuen uns auf die nächsten 4 Tage. Hoffentlich wird das Wetter ein bisschen besser, da es aktuell hin und wieder regnet und für morgen Dauerregen (40 l/m² pro Stunde) gemeldet ist. Alex K. Freute sich besonders das Micha wieder da ist, da die anderen ihn Sport erst wieder erlaubt hatten wenn Micha wieder da ist. Daraufhin nutze er die Regenfreie Pause für eine kleine Jogging Einheit zum nahegelegenen Wasserfall. Die Anderen versuchten in der Zwischenzeit unser Abendessen (Hamburger) zu grillen. Jedoch stellte sich heraus, dass nicht jeder Mensch dazu geboren war ein Grillmaster zu werden. Die Vormieter haben im Gasgrill mit Holzkohle gegrillt und den fehlenden Grillrost mit dem Backofen-Rost ersetzt, nebenbei war der elektrische Anzünder defekt. Daher mussten wir wohl oder übel auf Braten in der Pfanne umschwenken. Gesagt, getan, Micha hat sich die Kochschürze umgebunden und uns leckere Pattys gebraten. Den Abend haben wir gemütlich ausklingen lassen mit einer Partie Mensch ärgere dich nicht zu sechst. Die mehr als die eine oder andere Würfelüberraschung bereit hielt. Nach mehreren Dauerrausschmissen haben wir am späten Abend nach mehr als 3 h die Partie pausiert. Da für morgen eh schlechtes Wetter gemeldet ist, einigten wir uns auf eine Frühstückszeit von 9.30 Uhr – im Gegensatz zu heute 6 Uhr – freuten wir uns alle auf einen gemütlichen Dienstag.

7) Östersund

Der Sonntag begann im Vergleich zu den vorherigen Tagen relativ spät. Nachdem wir mehr oder weniger ausgeschlafen unser erstes Frühstück in Schweden verzehrt hatten, haben wir uns in die Innenstadt von Östersund gewagt. Hier in Schweden sind die Geschäfte auch Sonntags geöffnet, aber erst ab 12 Uhr. Dadurch hatten wir zum Glück die Innenstadt weitestgehend für uns.

Unser erster Stopp, die Touri-Info. Hier wurden wir freundlich empfangen und haben ein paar gute Tipps bekommen.

Was hier in Östersund natürlich nicht fehlen durfte – das Biathlon Stadion. Da wir in Kanada schon die Sportstätten von den Olympischen Spielen von Calgary und das Biathlon Stadion in Canmore besichtigt haben, dufte dieses hier nicht fehlen.

Es ist ein sehr schönes Stadion und besonders die Tribünenplätze auf der rechten Seite bieten einen wunderschönen Blick auf Östersund und den angrenzenden See. Traumhaft. Nebenbei bemerkt, ein Blick auf die Schließanlage und Strecken ist dort natürlich auch gegeben. Während unseres Aufenthaltes konnten wir die Schweden beim Sommerbiathlon-Training beobachten. Insgesamt sind die Skandinavier alle sehr sportlich.

Geld abheben gestaltete sich in Schweden als schwierig. Um unsere 5100 SEK abzuheben brauchten wir mehrere Anläufe. Immer wieder kam die Fehlermeldung, das der gewünschte Betrag zu groß ist. Nach langsamen herantasten konnten wir den max. Abhebebetrag von 2000 SEK (1€ entspricht ca. 9,7 SEK) ermitteln, daher brauchten wir ganze drei Abhebungen. Hier könnte man es fast wie Asterix und Obelix sagen: Die spinnen die Schweden, dass sie freiwillig ihr Bargeld abschaffen.
Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft nutzen wir die Gelegenheit direkt am Wasser entlangzulaufen.

Am Nachmittag wagten wir uns ganz in die Nähe der größten Wild-Gattung.

Unser Guide identifizierte uns sofort als Deutsche. Alle haben an sich heruntergeschaut und gefragt, woran das auf den ersten Blick erkannt wurde. Und des Rätsels Lösung war die gelbe Wand, die sogar in Schweden bekannt war, den Alex S. hatte seine BVB Mütze auf. Im Moose Garten, einige Kilometer außerhalb von Östersund, konnten wir ein paar Elche streicheln und gehörten zu den ersten 50 Personen die das gerade mal zwei Wochen alte Kalb namens Potter bestaunen konnten.

Innerhalb des ersten Jahres steigern sie ihr Gewicht auf bis zu 100 kg. Elche gelten nicht zu unrecht als Schnelltrinker – die Milchflasche war Ruck zuck leer getrunken. Nachdem wir natürlich etliche Fotos von dem Kleinen geschossen hatten, näherten wir uns allmählich den ausgewachsenen Tieren.

Diese waren auch verdammt groß. Mehr als 5000 Verkehrsunfälle im Jahr beruhen auf Zusammenstößen mit diesen liebenswürdigen Tieren. Daher sollte man in Schweden (bzw. in Skandinavien) auch besonders aufpassen, nicht umsonst gibt es hier gefühlt an jeder Straßenecke ein Elch-Warnschild. Die Tiere werden hier immer nach Ereignissen aus ihrem Geburtsmonat benannt. So hieß ein Elch „Hero“ – anlässlich des Schwedischen Siegs beim Grand Prix und dieser hier „Neuner“, da in dessen Geburtsjahr Magdalena Neuner in Östersund triumphiert hatte.

Die Elche fühlten sich weich und warm (Hörner) bzw. borstig (Fell) an.

Nebenbei fressen sie bis zu 25 kg Gras am Tag, 500 kg Kartoffeln/Woche und sondern sehr viel Hautfett ab. Die Betreiber stellen daraus u.a. Seifen her, machen nebenbei noch Elch-Käse und aus Elch Dung, der kleine Zellulose Köttel enthält auch noch Elch-Papier. Bei strahlendem Sonnenschein traten wir allmählich den Rückweg an. Nicht ohne die beiden Aschaffenburger, die eine 3-monatige Auszeit für Ihre Skandinavien Tour genommen hatten, zu fragen ob sie denn ein Foto von uns machen könnten:

Zurück in unserer Unterkunft zauberten wir mit mehreren kleinen Pfannen auf etwas umständlichen Weg (größere Pfannen bzw. allgemein Geschirr waren in unserer Unterkunft etwas Mangelware) ein leckeres Abendessen. Dennoch wurde die gute Laune bald getrübt:
Micha, oh unser Michael, er hat den Flieger dank DB verpasst, darum gibt’s jetzt keine Landung in Östersund, sondern in Molde. Die Landebahn dort sieht aus wie ein Zementsteg auf dem Wasser. Wir sind sehr gespannt, was er morgen erzählt…
Auf diesen Schreck haben wir natürlich … noch eine Partie Rommee gespielt.

Zum Abschluss noch ein Panorama mit Blick auf Östersund:

6) Vaasa – Östersund

Dieser heutige Blog-Beitrag ist Bitzi und Marcel gewidmet, die heute ihrer „Voreheliche Grillparty“ in der Heimat feiern. Wir wären super gerne dabei gewesen, so aber feiern wir aus der Ferne mit Euch: Auf Euch beide!!!
Viel zu früh hat uns der Wecker aus dem Schlaf gerissen. Oder besser aus unserem „Schlaf on, Schlaf off“. Richtig gut hatte diese Nacht keiner von uns Fünfen geschlafen. Schlechte Träume können wir als Ursache definitiv ausschließen. Der Grund muss irgendwo anders liegen…
Nach unserem Speed-Frühstück, Check-out, Durchzählen – 1, 2, 3, 4, 5 – nun los zur Fähre. Wir müssen ja mindestens 30 min vorher da sein, ansonsten verfällt unser Ticket. Unsere Zeit sollte locker reichen….eigentlich. Hätten wir nicht die Abzweigung verpasst. Den Hafen sehen wir an unserer rechten Seite vorbeiziehen…
Hmm, ein bisschen knapp könnte es nun doch noch werden. Geschlagene 40 min vor Abfahrt (daher noch rechtzeitig) reihten wir uns in die Schlange zur Fähre ein. Nach ein bisschen Wartezeit ging es direkt auf die Fähre – diesmal parkten wir direkt vor der Klappe. Ob das gut geht? Und hoffentlich hat der LKW (der quer zu uns steht) seine Ladung (riesige Metallteile) gut gesichert? Wertsachen mitnehmen und ab aufs Deck. Der Blick auf Vaasa war nicht so schön, wie der auf Tallinn, daher haben wir hier auch mit Fotos gespart.

Einen Sitzplatz unter Deck für unsere 4,5 h Fahrt zu finden gestaltete sich als schwierig. Letztendlich, nach ein bisschen hin und her wurden wir fündig. Die verbliebene Zeit verbrachten wir mit Blog schreiben, Späßchen machen, Lesen (mit Kult würdigem Lesezeichen), and so on ……
Ein paar Minuten vor Ankunft wagten wir uns aufs Deck um ein paar Fotos zu schießen.

Nach dem Ertönen des Signals ging es zurück ins Auto und wir wagten uns aufs schwedische Festland. Die noch vor uns liegenden 400 km waren weitestgehend geprägt von schönen Landschaften, zahlreichen Sees, schönen Häuschen und wunderbarer Natur.

Unsere Fahrer freuten sich natürlich riesig wenn ein Schild ihnen mehr als 80 km/h erlaubte – außer Alex S. der sich auf der Hinfahrt durch Polen und das Baltikum auf Baustellen bzw. gerade Strecken mit 90 km/h spezialisiert hatte.
Nachdem wir endlich in Östersund angekommen sind, haben wir einen kleinen Abstecher in den örtlichen Supermarkt gemacht und uns ein Eis gegönnt. Unsere Unterkunft ist schön, sauber, typisch Schwedisch – Türen sind hier allerdings Mangelware…

Nach unseren leckeren Wraps haben wir noch auf Bitzi und Marcel angestoßen!

5) Helsinki – Vaasa

Bevor wir in den heutigen Tag starten, gibt es zunächst noch einen kleinen Nachtrag zu Helsinki. In der Stadt waren viele Organisationen bzw. Personen auf Beutefang, von Green Peace, Amnesty International bis hin zu irgendwelchen lokalen finnischen Organisationen. Die beste Methode nicht an gequatscht zu werden war: unsere Kamera. Dadurch wurden wir sofort als Touris entlarvt und von allen verschont. Kaum war die Kamera im Rucksack verstaut, war nicht nur die Tarnung dahin sondern auch unser Anquatsch-Schutz. Merke: In Helsinki (oder anderen Städten) immer mit der Kamera durch die Stadt laufen.
Nun aber zurück zu unserem eigentlichen Tag. Heute heißt es Abschied nehmen von unserem schönen Ferienhaus – und natürlich auch von Micha. *Schluchz*
Direkt nach dem Frühstück haben Tino und Alex K. Micha zum Flughafen gebracht, der Rest (Jessi, Anja und Alex S.) haben in der Unterkunft klar Schiff gemacht. Das tolle Staubsaugersystem begeisterte alle, insbesondere Alex S. Von daher seien seine Mama und Oma hiermit vorgewarnt, falls es demnächst Umbaumaßnahmen im Hause Siedersleben gibt. Es ist aber wirklich sehr praktisch. Nachdem die Putzkolonne fertig war, dauerte es gefühlt noch Ewigkeiten bis die anderen zurück kamen. Und oh je, der arme Micha hatte sein Handy hier vergessen (ein klein bisschen Schadenfreude ist hier eingebaut, da die Handynutzung (nicht nur Micha allein, sondern auch ein paar von den Anderen) in diesem Urlaub teilweise ein bisschen Überhand genommen hat. Nachdem
wir alles ins Auto gepackt hatten, oder besser gequetscht hatten, ging es los. Durchzählen – 1, 2, 3, 4, 5 – einer fehlt? Ach, ja Micha. Die Reise führte uns quer durch Finnland, was sich von seiner besten Seite zeigte. Schöne Wälder, viele Birken – also nichts für Tino, gut das wir erst im Juni gefahren sind 😉 – und zahlreiche Findlinge, die das Eis einfach irgendwo auf den Feldern zurückgelassen hatte. Es ist traumhaft schön, ab und zu ein kleines Häuschen – meist in rot, gelegentlich in sanften blau – mit einem riesigem Garten drumherum. Kleine Örtchen (2-4 Häuser) und viel viel Platz drumherum. Wir wollten heute unbedingt an der Küste entlang fahren. Jedoch gestaltete es sich als schwierig einen Ostsee Zugang zu bekommen. Überall zugepflastert mit Häuschen. Was man auch verstehen kann, denn so ein Häuschen mit Seezugang hat schon etwas. Nach mehreren Anläufen sind wir – nachdem wir beinahe schon aufgegeben hätten – letztendlich fündig geworden:
Eine wunderschöne Stelle mit Sandstrand. Höchste Zeit für – Schuhe und Strümpfe aus und ab ins Wasser….
Wir tasten uns so langsam heran. Erst im Baltikum nur die Hände und nun bis zum Knie. Mal sehen wie weit wir uns im Laufe des Urlaubs noch herantasten…

Nachdem Seele baumeln lassen, Sonne tanken, Füße abkühlen, Fotos machen und picknicken in supertoller, wunderschöner, grandioser, traumhafter, entzückender, atemberaubender Umgebung (irgendwann gehen auch uns die Superlative aus), ging es weiter in Richtung Vaasa. Diese Stadt ist okay (gerade wenn wir sie im Gegensatz zu den anderen betrachten), das Hotel so naja. Durchschnittlich wäre sicher übertrieben. Aber mehr als eine Transitstadt ist Vaasa auch nicht. Nachdem wir unsere Koffer aus dem Kofferraum herausgefischt hatten und unser Hotelzimmer – heute mal mit Gender-Trennung – bezogen hatten, machten wir uns auf den Weg noch einen kleinen Blick auf Vaasa zu erhaschen und etwas zu essen.

Wir haben in einem super leckerem Thai-Restaurant gespeist. Bei der Schärfe hatten wir die Wahl zwischen 1 – 5. Die Mädels wählten 1 (was vollkommen ausreicht hatte und für uns scharf genug war), die Jungs begannen bei 3 und der eine oder andere steigerte sich noch mit der Zusatz-Chili-Soße. Die Inhaberin war sehr nett und wir bekamen nach dem Essen sogar noch eine kleine Schüssel Goodies. Zurück im Hotel ertränkten die Mädels Alex S. Mütze:

Die hatte er in deren Zimmer vergessen, die Jungs spielten noch ein bisschen Karten.

Bei strahlendem Sonnenschein um halb Elf abends machten wir uns Bett fertig, denn am nächsten Morgen heißt es um 5.45 Uhr (4.45 Uhr deutscher Zeit) aufzustehen. Good „bright“ night and sweet dreams.

4) Helsinki

Der gestrige Spieleabend hielt noch die eine oder andere Überraschung bereit (Alex S.: “Wieviele Sechsen hast du jetzt in den letzten Würfen gerundet?”). Wobei man hier von dem Wort Abend besser Abstand gewinnen sollte, vielmehr sollten wir es als Spielenachmittag bezeichnen, wenn wir uns am Stand der Sonne orientieren. Anstatt des Weckers, hat uns der Stand der “Mittagssonne” so gegen 6 Uhr grell geweckt – noch weit vor dem gestellten Wecker. Mit einem typisch deutschen Frühstück – bei dem eins von unseren vier Gläsern Nutella geöffnet wurde – begannen wir unseren sonnigen Tag. Ab ins Auto, durchzählen – 1, 2, 3, 4, 5, 6 – und auf geht’s in die Landeshauptstadt. Die Alternative mit dem Bus reinzufahren hätte 10 €/Person gekostet, eine Gruppentageskarte gab es hier nicht. Da erschienen uns die Parkgebühren von 6 € / h weitaus günstiger als 60 €. Das unterirdische Parkhaus war riesig…
Anstatt die bekannte “Hop on & Hop off” Tour mitzumachen, stand unsere Sightseeing Tour eher unter dem Motto “Pulli on & Pulli off”. Einerseits knallte die Sonne auf die Straßen, andererseits brachte uns der kalte Wind zum Frösteln. Die Innenstadt von Helsinki ist geprägt von vielen alten schönen Gebäuden, Kirchen und natürlich dem Hafen.

Vor dem Dom gab es eine interessante Ausstellung die sich der Gefährdung von Seeroben widmete.

Zudem konnten wir am Hafen viele kleine Entenbabys sichten.

Nach einer kleinen Stärkung mit einem Live-Theater, bei dem die Polizei einen angetrunkenen Passanten mitgenommen hat, haben wir uns auf die Suche nach unserem Abendessen gemacht. Der Supermarkt bot uns neben riesigen Nudel- (5 kg), Reis- (bis max 25 kg) Packungen, Ketchup und Saft aus riesigen Eimern, ein Gefühl wie man sich selbst als Kühlware fühlt. Es war verdammt kalt in diesem Supermarkt.
Zurück zu Hause haben wir noch ein bisschen relaxt, der eine oder andere wurde “geärgert” oder besser beim “nicht Ärgern” abgezockt, Boule und Darts gespielt. Unser Grillmaster Tino grillte uns ein leckeres Abendessen – mit einer kleinen Unterbrechung, als plötzlich die Gasflasche leer war. Aber auch dieses Problem wurde gelöst, sodass wir nach unserem schmackhaften Abendessen den Abend wieder mit ein wenig “Ärgern” oder einer Partie “Rommee” bei strahlendem Sonnenschein um halb neun Uhr abends ausklingen lassen konnten.

3) Tallinn – Helsinki

Bereits am frühen Morgen klingelte der Wecker. Es war Zeit aufzustehen – heute geht es auf unsere erste Fähre. Und das auch noch in der Rush-Hour. Hoffentlich ist unser Zeitpuffer wirklich groß genug? Nachdem wir das Auto gepackt hatten, hieß es Frühstücken. Zum Glück, denn die Laune ohne Frühstück hat man dem Einen oder Anderen deutlich angemerkt. Nach dem ausgiebigem Bauch vollschlagen verließen wir das Hotel und bahnten uns den Weg mitten durch die Rush-Hour. Doch, welche Rush-Hour?
Gestern sah es hier noch so aus……

Heute jedoch waren wir im Nu am Check-In der Fähre. Ganze 1h und 10 min früher bevor dieser gegen 10 Uhr öffnete. Immerhin, wir waren die Ersten! Wahrscheinlich dachte die freundliche Ordnerin „Typisch Deutsch“. Sie wies uns daraufhin, das heute – und zwar nur heute! – der Check-in woanders ist. Dies war zwar auch auf einem Schild vermerkt, aber leider nur auf der Landessprache und nicht auf Englisch. Daraufhin haben wir eine kleine Hafenrundfahrt mit dem Auto gemacht.

Nebenbei sei erwähnt, das Tino und Alex K. eine Rüge vom Hafenpersonal bekommen haben, da sie einfach zu Fuß auf dem Hafengelände unterwegs gewesen sind. Dies geschah völlig zurecht, denn die beiden haben nebenbei die Anderen im Auto eingeschlossen. Daraufhin haben sie natürlich eine zweite Rüge noch bekommen.

Da wir immer noch jede Menge Zeit übrig hatten – jetzt auch endlich wussten wo wir hinmüssen – sind wir nochmal Richtung Stadt gefahren um zu Tanken und Bier zu kaufen, da dieses hier wesentlich günstiger ist als in Finnland. Ersteres war problemlos möglich, letzteres stellte sich als problematisch heraus. Bier respektive Alkohol zu kaufen ist in Estland erst ab 10 Uhr morgens möglich. Für Micha ging die Laune – trotz Sonnenschein – nach unten.

Jetzt aber schnell wieder zurück zur Fähre, damit wir ja weit vorne stehen. Durchzählen (unser alltägliches Ritual) – 1, 2, 3, 4, 5, 6 – und los geht’s. In der Schlange standen wir direkt zwischen zwei deutschen Ehepaaren. Vor uns ein frischgebackenes Rentner-Ehepaar die jeweils mit dem Motorrad unterwegs waren, hinter uns ein Pärchen aus dem schönsten Bundesland Deutschlands. Da kann es ja nur eins geben – Thüringen natürlich. Die optimale Gelegenheit ein bisschen zu quatschen, wo hin denn die jeweiligen Reisen gehen und natürlich für ein GRUPPENFOTO:

…warten…warten…aussteigen und Fotos machen…

warten….endlich – in der Ferne ist unsere Fähre zu sehen…langsam fährt sie in den Hafen ein…Zeit für ein Foto….

warten…. die Klappe öffnet sich….die ersten Autos fahren heraus….

warten….warten…warten….warten…natürlich ist unsere Spur am letzten an der Reihe, war ja klar, trotz das wir fast die ersten waren…warten….warten…warten – jetzt, endlich ein Zeichen. Motor starten und langsam geht es hoch in unseren riesigen Dampfer. Aussteigen und schnell hoch, die besten Plätze am Deck sichern um tolle Fotos zu machen.

Doch, wer lesen kann ist klar im Vorteil. Wir haben es dann aber schnell gemerkt, da wir doch alle ein bisschen Ruß abbekommen haben. Hellere Sachen haben sich heute als eher unpraktisch herausgestellt….

Dann doch besser unter Deck, sich gemütlich ins Warme setzen und nebenbei die Zeit nutzen am Blog zu schreiben, einen Kaffee zu trinken, einzukaufen oder einfach nur zu entspannen. Nach einer knappen Stunde konnten wir Finnland am Horizont erspähen. Der Rückgang zum Auto wurde so lange wie möglich herausgezögert um noch ein paar schöne Fotos zu schießen.

Zurück im Auto hieß es zunächst Durchzählen – 1, 2, 3, 4, 5, 6 – wieder warten, warten, warten bis wir endlich die Fähre verlassen konnten. Welcome to Finland.
Die Fahrt zu unserem Ferienhaus hatte neben jeder Menge Blitzer auch eins zwei kleine Baustellenstaus bereitgehalten. Nach knapp 30 km hatten wir unsere Unterkunft erreicht. Unser sehr netter Vermieter begrüßte uns freundlich und zeigte uns das Haus, welches sehr schön eingerichtet ist, einen schönen Garten/Grillplatz hat und einfach großartig ist.

Es war eine super Wahl, bei der es fast Schade ist, dass wir hier nur zwei Nächte verweilen.

Der Bonus – wir haben auch Fahrräder zu unserer freien Verfügung. Diese wurden flottgemacht, Luft aufgepumpt und eine kleine Runde bei super sonnigem Wetter in den Nachbarort gedreht.

angenehm, da der Zustand der Fahrräder doch eher zu wünschen übrig lies…
Es wurde ein leckeres Abendessen gezaubert und jetzt heißt es wohl oder übel: „Mensch ärger dich nicht“.

2) Riga – Tallin

Am nächsten Morgen ging es gegen 8 Uhr zum Frühstück – also nichts mit ausschlafen….
Das Frühstück war sehr lecker und vielseitig. Von herzhaft bis süß, von Ei bis Salat – was wir in einem 5 Sterne Hotel auch nicht anders erwartet haben. Gestärkt ging es wieder zurück in die Tiefgarage – das Auto packen. Dieses Mal ging es wesentlich schneller als in Suhl, aber irgendwie (obwohl wir nichts gekauft und noch dazu einige Dinge verbraucht haben) hatten wir gefühlt mehr Sachen im Auto – oder einfach ein wenig anders gepackt…
Nur der Weg Raus aus Riga gestaltete sich schwieriger als gedacht.

Neben Rush-Hour, schlechter Straßenführung und nicht zu vergessen den Fahrkünsten der Letten hat es gefühlt eine halbe Ewigkeit gedauert. Unterwegs konnten wir sogar ein bisschen Ostsee-Luft schnappen. Beziehungsweise die Einen hatten mehr (Alex K.), die Anderen weniger Kontakt zur Ostsee.

So schön es hier auch war, wir mussten weiter nach Tallin. In Tallin angekommen war unsere erste Station ein Hypermarket zum Wasser & Lebensmittel einkaufen. Bei strahlendem Sonnenschein sind wir am Hotel angekommen. Es begann das gleiche Procedere wie am Vortrag, alles raus damit wir an unsere Koffer rankommen (die ganz unten gelagert sind), unsere Selbstversorger Kisten wieder rein und das Hotelzimmer beziehen. Nach ein paar Minuten ging es los in die Altstadt von Tallin. Der strahlende Sonnenschein hatte sich in der Zwischenzeit leider hinter Wolken versteckt, die der Wind gut vorangetrieben hat. Im Vergleich mit Riga müssen wir deutlich sagen, dass Riga die schönere Stadt ist. Nichtsdestotrotz haben wir hier auch ein paar schöne Ecken und Gebäude entdecken können.


mphase machten wir uns dann schnell auf dem Heimweg, da wir doch ein wenig fröstelten. Jetzt noch ein wenig aufwärmen, den Tag für morgen planen, endlich mal den Blog schreiben, sich mit Organisatorischem Kram beschäftigen, erholen, quatschen, und am nächsten Morgen heißt es 7.15 Uhr Auto packen!!! Urlaub = Ausschlafen ???

1) Fahrt gen Nordosten…

Letztendlich mussten wir bis 19.43 Uhr warten bis unser Ersatzwagen endlich eintraf. Nun hieß es das Auto fotografieren – eine frische neue Delle kam erst auf der Hinfahrt neu hinzu – und Tetris spielen….

Trotz unserer Bedenken haben wir alles ins Auto bekommen – sogar jede einzelne Bierflasche (nur der Kasten musste weichen) – dadurch war die Freude unserer Männer noch ein bisschen größer.
Circa 20.40 Uhr sind wir gestartet. Unsere erste Etappe – ca. 1580 km – führte uns von Suhl durch Polen, Litauen und endete in Lettlands Hauptstadt Riga. So kurz dieser Satz auch ist, die Fahrt und auch die Nacht waren verdammt lang, “Ein Hoch auf unsere Busfahrer Tino und Alex S.” die uns sicher ans Ziel brachten.
Der Rest verbrachte die Zeit mal mit Schlafen, mal mit halbwach sein und gelegentlich auch mit tollen Sprüchen.

Die Fahrt durch Deutschland gestaltete sich wie eine typische Fahrt auf deutschen Autobahnen. Ganz normal. Polen hatte sich zunächst daran auch ein Beispiel genommen. Nebenbei erwähnt gibt es dort super gepflegte Rastplätze (sehr sauber und mit Kinderspielplatz). Dennoch war es mit dem guten Vorankommen bald vorbei – eine Vollsperrung gegen 2 Uhr Nachts – die uns zum Glück nur eine knappe viertel Stunde kostete. Warschau hatten wir zum Glück schon vor der Rush-Hour passiert, denn der Stau auf der Gegenseite die nach Warschau rein wollten war gigantisch und das sage und schreibe gegen 5.30 Uhr. Der hintere Abschnitt durch Polen gestaltete sich als langwierig, keine Autobahn, keine Schnellstraße – nur Landstraßen mit Dauerbaustellen….
Irgendwann erreichten wir dann endlich die Landesgrenze zu Litauen – Höchstgeschwindigkeit 90, aber daran konnten wir uns zum Schluss in Polen ja auch bereits gewöhnen. Nach ein paar Stunden erreichten wir unser Zielland Lettland. Aber auch bis Riga war der Weg noch Weit. Die Zeit verging nicht und auch die Kilometerzahl auf dem Navi wurde irgendwie kaum kleiner…
Total erschöpft, aber glücklich erreichten wir gegen 18 Uhr Riga.

Nachdem wir endlich unser Hotel gefunden, die Koffer aus dem Auto geholt und unsere Zimmer bezogen haben hieß es wie im Auto angekündigt “Duschen – Essen- Schlafen”. Aber trotz unserer Müdigkeit haben wir uns aufgerafft nach dem Essen noch einmal ein paar Schritte durch die Stadt zu gehen. Das haben wir auch nicht bereut, da es eine wunderschöne, alte Stadt ist mit vielen historischen Gebäuden.

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Nach dem Weg über die Brücke – auf der einen Seite mit Blick auf einen Regenbogen und auf der anderen Seite auf den Sonnenuntergang – hat uns der Wind direkt wieder zurück ins Hotel getragen.

Jetzt heiß es aber endgültig “Gute Nacht” und es dauerte wahrscheinlich kaum eine Minute bis jeder eingeschlafen war…….

Pleiten, Pech und Pannen

Der Tag fing sonnig an. Pünktlich um 10 Uhr haben Jessi und Tino das Auto in Hannover abgeholt. Bei der Übergabe war alles super, daher ging es mit dem Auto zurück nach Hause um die Sachen einzupacken. Ein erstes Foto mit dem vollgepackten Auto wurde an die anderen versandt.

Darauf hin stellten sich wohl alle die gleiche Frage: Bekommen wir wirklich alles in unser Auto?
Um diese Frage brauchten wir uns aber vorerst nicht zu kümmern. Tino und Jessi sind zwar gut in Schmiedefeld angekommen, aber der Weg nach Suhl gestaltete sich nicht nur als steinig und kurvenreich, sondern barg auch noch die eine oder andere Überraschung……

Anstatt in Suhl wie geplant das Auto voll zu packen und voller Freude loszufahren hieß es jetzt ADAC anrufen und warten, warten, warten…..
Nach einer geschlagenen Stunde kam er dann. Unsere Hoffnung, dass es nur die Batterie ist platze jedoch wie ein Ballon. Die Lichtmaschine ist Defekt. Keine Chance – Urlaub für heute: ADE! Nach Anruf bei der Autovermietung steht fest – wir bekommen unseren Ersatzwagen am Sonntag 17 Uhr. Die gute Laune die jeder auf seinen Gesicht hatte, ging zwar ein wenig zurück, aber zum Glück gab es ja noch Bier (für Micha 😉 )

Die Unterkunft in Riga wurde storniert. Das Gute an dem Ganzen: Alex K.hatte einen Tag mehr um sich auszukurieren und Tinos Mama die am Sonntag Geburtstag hat, hat auch noch was von ihren Kindern. Nun hieß es wieder für Tino und Jessi ein paar Sachen aus dem Koffer rauskramen, dann wieder zurück nach Schmiedefeld bzw. für den Rest wieder zurück nach Hause.

Ab 15.30 Uhr konnten Alex S. und seine Oma ihre Sonntagsruhe “leider” nicht mehr genießen. Nach und nach trudelten alle Reisende ein…. Die Vorbereitungen (Kaffee kochen, Paprika & Gurken schnippeln, Sachen umpacken,…..) liefen auf Hochtouren.

Um 17.00 Uhr – kein Auto weit und breit…..
Um 17.15 Uhr – kein Auto weit und breit…..
Um 17.30 Uhr – kein Auto weit und breit…..
Um 17.45 Uhr – kein Auto weit und breit…..
Um 18.00 Uhr – kein Auto weit und breit…..

have fun with friends